Das müssen Sie wissen!

Ab 2021 wird in Deutschland das World Handicap System (WHS) eingeführt. Bis dahin gilt das EGA-Vorgabensystem vollumfänglich weiter. Zwar sollte das WHS ab der Spielsaison 2020 weltweit eingeführt werden, jedoch folgen nach und nach immer mehr europäische Golfnationen dem deutschen Beispiel und nutzen das Jahr 2020 dazu, um die Einführung für alle Beteiligten bestmöglich vorzubereiten und somit 2021 einen reibungslosen Einstieg sicherzustellen.

Eine wesentliche Änderung für die Golfer wird sein, dass nicht jedes vorgabenwirksame Ergebnis (Handicap relevantes Ergebnis) auch unmittelbar Auswirkung auf den Handicap Index haben wird.

Bisher wurde jede vorgabenwirksam Runde dazu herangezogen, die Stammvorgabe anzupassen. Neu im World Handicap System wird sein, dass der Handicap Index aus dem Durchschnitt der besten 8 aus den letzten 20 Ergebnissen eines Spielers ermittelt wird. Sollte ein Spieler weniger Ergebnisse im Stammblatt aufweisen, wird die Anzahl der gewerteten Ergebnisse entsprechend reduziert.

Dies bedeutet, dass der Handicap Index eines Spielers bei einer schlechten Runde üblicherweise von diesem schlechten Ergebnis nicht betroffen sein wird, da es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu den 8 Ergebnissen zählen wird, die zur Berechnung des Handicaps herangezogen werden.

Nach heutigem Sprachgebrauch würde man daher sagen können, dass die 12 schlechtesten der letzten 20 Ergebnisse (also 60%) nicht mehr automatisch zu einer Heraufsetzung um 0,1 führen würden. Schlechtes Wetter, vorübergehende gesundheitliche Probleme, oder ein schlechter Platzzustand können einem Spieler von daher im Hinblick auf sein Handicap sehr viel gleichgültiger sein als im bisherigen EGA-Vorgabensystem.

An dieser Stelle werden wir Sie in regelmäßigen Abständen über weitere Details zum neuen Vorgabensystem informieren.

 

 

Warum wird das World Handicap System eingeführt?

In einer globalen Welt ist es nicht zeitgemäß, dass sechs verschiedene Handicap-Systeme parallel angewendet werden. Immer mehr Golfspieler reisen nach Übersee bzw. umgekehrt nach Europa, um ihrem Hobby nachzugehen. Um in beiden Fällen einen gerechten und nach gleichen Maßstäben geführten Wettkampf sicherzustellen, ist ein einheitliches weltweites System notwendig. 

Jedes System verfolgt das gleiche Ziel, nämlich vor Ort Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit zu bieten. Dennoch unterscheiden sie sich voneinander, was dazu führen kann, dass es zu geringfügig unterschiedlichen Handicaps kommen kann. Das World Handicap System (WHS) wird nun alle Systeme zu einem Einzigen vereinen, das

  • Golfspielern mit unterschiedlicher Spielstärke ermöglicht, auf fairer und gerechter Basis in jedem Format und auf jedem Platz weltweit zu spielen und in Turnieren gegeneinander anzutreten,
  • leicht zu verstehen und umzusetzen ist, ohne auf Genauigkeit zu verzichten,
  • die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen von Golfern, Golfclubs und Nationalverbänden, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Golfkulturen, erfüllt.

 

Was passiert, wenn ein deutscher Golfspieler 2020 in einem Land spielen möchte, dass bereits das World Handicap System eingeführt hat?

Bis alle Länder das World Handicap System (WHS) eingeführt haben, gibt es statt der bisherigen sechs unterschiedlichen Systeme, eben sieben. Bisher konnte ein Spieler mit einer DGV-Vorgabe jederzeit in einem Land Golf spielen, wo das EGA-Handicap System keine Anwendung fand (bspw. in Großbritannien, wo es das CONGU-System gibt). An diesem Grundsatz wird sich nichts ändern.

Die DGV-Vorgabe wird auch in 2020 überall als vollwertiges Handicap akzeptiert. Wenn heute ein deutscher Spieler mit einer DGV-Vorgabe nach England reist, wird diese gemäß den Regelungen in England zur Ermittlung einer Spielvorgabe herangezogen. Gleiches passiert heute schon, wenn ein Spieler in die USA reist. Dann wird seine DGV-Vorgabe gemäß den amerikanischen Regelungen zur Ermittlung einer Spielvorgabe herangezogen. Dies wird so bleiben, egal wo man spielt.